Glasstatik-Beispiele mit
FEM-System MEANS V8 – Teil 4a
Beispiel: Glaskonsole mit
Tetraederelementen
Es soll eine Glaskonsole 100
mm x 100 mm x 300 mm berechnet werden.
In der Mitte ist eine
Verstärkungsrippe angebracht. Es wirkt eine Knotenpunktbelastung von -10000 N.
Das Glas hat ein E-Modul von
70000 N/mm2 und eine Poisson-Zahl von 0.25,
die Glasdicke beträgt H= 5 mm.

CAD-Schnittstelle zum CAD-System MyCAD 3D
Da die dünne Glaskonsole mit
einer Dicke von 5 mm gerade noch mit Tetraeder-elementen berechnet werden kann,
muß das Modell jetzt mit einem CAD-System als Solid-Volumenmodell konstruiert
werden.
Gängige 3D-CAD-Systeme sind z.B. AutoCAD, Inventor, Solid Edge, Solid
Works, Catia, Pro/E, HiCAD, MegaCAD u.v.a.
Da das CAD-System MyCAD 3D von HTA-Software für nur € 499,00
als MEANS-Zusatzmodul im Vertrieb ist, wird natürlich zuerst die Eingabe der
Glaskonsole mit diesem CAD-System beschrieben.
Sie dazu das Tutorial Glasstatik-Beispiele
mit FEM-System MEANS V8 – Teil 4b

STEP-Datei abspeichern
Wählen Sie „Datei/Exportieren“
und wählen das Format „3dSolid_step.exp“ aus.
Dann kopieren Sie die Datei mit
Hilfe von „Browser“ den Namen:
C:\Programme\Gemeinsame
Dateien\MEANS V8\step\glaskonsole.stp

Wählen Sie in der Ansichtsleiste das
Icon
und das Dropdown-Menü
„3D-Netzgenerator“ aus.

Es erscheint eine Dialogbox, hier werden
die CAD-Formate angezeigt:
STL/STP für die 3D-Netzgenerierung die am besten geeignete Formate
DXF hauptsächlich für die 2D-Netzgenerierung
IGES weniger geeignet, da meistens zu feine Netze
generiert werden
Falls nur STEP- oder IGES-Dateien
verfügbar sind, können diese im Netzgenerator Nr. 2 auch als STL-Dateien
abgespeichert und wieder eingeladen werden, diese bringen dann oft bessere
Ergebnisse mit weniger Elementen und Knotenpunkten.

Netzgenerator Nr. 2
Selektieren Sie die gewünschte
STP-Datei aus dem CAD-System MyCAD 3D und wählen „Netzgenerator Nr. 2 starten“
Es wird automatisch der Netzgenerator Nr. 2 gestartet und das CAD-Modell wird
in einem Windows-Fenster dargestellt. Sie können es mit rechten Maustaste
beliebig im Raum drehen und ansehen.

Netzdichte einstellen
Im Netzgenerator Nr. 2
können mit dem Menü „Mesh“ und „Meshing Options“ verschiedene
Netzdichten eingestellt werden:
·
very coarse
·
coarse
·
moderate -> Diese Netzdichte
ist immer voreingestellt
·
fine
·
very fine

Netzgenerierung ohne Refinement
Sie können sofort mit dem Menü „Generate Mesh“ und der voreingestellten
Netzdichte „moderate“ ein FEM-Netz bestehend aus 1003 Knotenpunkten und 2714
Tetraederelementen generieren.

Netzgenerierung mit Refinement
Das obige Netz ist
jedoch noch viel zu grob. Ein feineres Netz wird erzeugt, wenn mit dem Menü „Refinement / Refine uniform“ das gesamte Netz nachverfeinert, wobei aus 1
Tetraeder 8 neue Tetraeder erzeugt werden.

Nach der Verfeinerung ensteht ein 8 x größeres FEM-Netz mit 21712
Tetraedern und 5720 Knotenpunkten.
Es kann auch besser sein zuerst mit einer gröberen Netzdichte zu generieren
und dannach das Netz zu verfeinern als gleich mit einer höheren Netzdichte wie
„fine“ oder „very fine“ zu generieren. Damit entstehen gleichmäßigere
Netzverteilungen.
Auch können im Hauptprogramm zu grobe Netzbereiche mit einer „lokalen
Netz-verfeinerung“ nachverfeinert werden.

Netz mit Namen „test.fem“ exportieren
Wird nach der
Netzgenerierung die Anzahl der Elemente am Bildschirm unten links angezeigt,
dann ist das Netz erfolgreich generiert und man kann es für MEANS exportieren:
Wählen Sie jetzt das
Menü „File“ und „Export Mesh“ um das Netz unter dem
Namen „test.fem“ in das „Debug-Verzeichnis“ zu exportieren. Jetzt wird der Preprozessor von
MEANS V8 automatisch gestartet und das FEM-Modell im Hidden-Line dargestellt.

Lokale Netzverfeinerung
Lokale Netzverfeinerungen können nicht im Netzgenerator Nr. 2 sondern
im Hauptprogramm durchgeführt werden.

Wählen Sie hierzu das Menü „Lokale Netzverfeinerungen für Tetraeder“ um
eine selektierte Fläche nachzuverfeinern.
Sie können das Modell mit dem Drehrad
(auch Wheel genannt) der Maus beliebig verkleinern und vergrößern.
Modell drehen
Sie können das Modell mit der rechten
Maustaste um die X- und Y-Achse und mit der rechten Maustaste um die Z-Achse
beliebig im Raum drehen.

Einstellung der optimalen 3D-Ansicht
Verkleinern bzw. vergrößern Sie nun
mit dem Maus-Rad das Modell soweit daß man es auf dem gesamten Bildschirm sehen
kann. Drehen Sie mit der rechten Maustaste das Modell um die Z-Achse.
Speichern Sie das Modell unter einem
beliebigen Namen ab damit auch die aktuelle Ansicht mitabgespeichert wird.
Modell in seine Flächen zerlegen
Wählen Sie das Menü „Flächen und
Kanten erzeugen“ um das Modell in seine Flächen zu zerlegen. Die Flächen werden
für die Erzeugung der Knoten- und Flächenbelastung sowie für die
Randbedingungen benötigt und können auch beliebig ein- und ausgeblendet werden.

Für das Modell stellen Sie bitte „normale Flächen“ ein und erzeugen das
Flächen-modell.

Das Flächenmodell besteht nun aus 13
Hauptflächen. Die einzelnen Flächen können nun mit der Maus selektiert werden,
wobei die berührte Fläche immer in Rot dargestellt wird.
Versuchen Sie alle Außenflächen
nacheinander anzuklicken um ein besseres Gefühl für die Selektierung zu
bekommen.
Flächemodus ein- und ausschalten
Mit der rechten Maustaste können Sie
den Flächenmodus anhalten um an einer Fläche die Randknoten bzw. Innenknoten
anzuzeigen und diese für eine Knotenlast oder Randbedingung zu selektieren.
Drücken Sie wieder auf die rechte
Maustaste wird der Flächemodus wieder eingeschaltet. Klicken Sie auf das Menü
„Surfaces selektieren“ um den Surfacemodus wieder einzuschalten.

Eingabe der Belastung
Die Glaskonsole wird mit
1 Tonne belastet. Daraus entsteht eine Knotenpunkt-belastung von –10000 N.
Wählen Sie zuerst das Icon
und das Menü „Knotenlast erzeugen“

Geben Sie den
Wert „-10000“ in Y-Richtung ein und wählen „Belastung erzeugen“

Randknoten anzeigen
Selektieren
Sie die Fläche 7 und klicken auf die rechte Maustaste um den Flächenmodus
anzuhalten. Gehen Sie in das rechte Seitenmenü und klicken auf „Randknoten“ um
die Randknoten an Fläche 7 darzustellen.

Klicken Sie
mit einem Doppelklick auf den Knoten 1223, dieser wird in die Selectbox
geschrieben. Mit „Erzeugen“ in der Selectbox wird endgültig die Knotenlast
erzeugt.


Die Glaskonsole wird an den vier
Eckknoten 1,2,3 und 4 sowie an den Knoten 1014 und 1053 der Fläche 1
festgehalten.

Wählen Sie dazu das Menü „Randbedingungen erzeugen“ sowie den
Freiheitsgrad „Einspannung“ und zum Schluß den Button „RBs erzeugen“.

Innenknoten anzeigen
Selektieren
Sie die Fläche 1 und klicken auf die rechte Maustaste um den Flächenmodus
anzuhalten. Gehen Sie in das rechte Seitenmenü und klicken auf „Innenknoten“ um
die Innenknoten an Fläche 1 darzustellen

Klicken Sie jetzt mit einem
Doppelklick auf die Eckknoten 1,2,3 und 4 sowie auf die Knoten 1053 und 1014.
Diese werden in der Selectbox angezeigt, dort mit „Erzeugen“ die RBs erzeugen.


RBs, Knotenlast und Knotenpunkte darstellen
Mit
dem Icon
können
Sie die RBs, Knotenlasten und Knotenpunkte kleiner oder größer dargestellt
werden, falls die automatische Darstellung nicht ausreichend ist.

Wählen Sie das Menü „FEM-Projekt
bearbeiten“ und „Materialdaten“ um die Werkstoff-Eigenschaften
wie Elastizitätsmodul oder Poisson-Zahl einzugeben.

Materialdaten eingeben
E-Modul, Poisson-Zahl und Dichte
können per Editor sofort eingegeben und geändert werden.

Material aus der Datenbank entnehmen
Mit dem Menü „Material-Datenbank“
können auch über 100 abgespeicherte Materialien in MEANS übernommen werden. Die
Datenbank kann auch beliebig mit eigenen Werkstoffen erweitert und editiert
werden.
Anisotropes Material
Anisotrope Materialien können
ebenfalls in der Datenbank eingegeben werden, diese benötigen aber für die
insgesamt 9 Materialkonstanten immer zwei Zeilen:
Zeile 1: E11, E22, E33, E12 und E13
Zeile 2: E23, E44, E55 und E66


Zuerst speichern Sie das Modell unter:
einem beliebigen Namen in das Struktur-Verzeichnis ab und wählen „FEM-Analyse“
und nochmal „FEM-Analyse“.
Es wird ein Windows-Fenster geöffnet
und der FEM-Solver beginnt mit der FEM-Analyse die bei großen FEM-Modellen mit
über 100 000 Tetraederelementen mehrere Stunden dauern kann.

Am Schluß werden die Max-Min-Werte der
Verformungen und Spannungen angezeigt.
Mit „Datei/Save as“ kann der Fensterinhalt mit den wichtigsten Daten
auch in eine beliebige ASCII-Datei abgespeichert werden.
Mit der Taste „Enter“ kehren Sie
wieder zum Hauptprogramm zurück. Dort wählen Sie „Schritt 2: Postprocessing
starten“ aus um die Ergebnisse farblich auszuwerten.
Nach der FEM-Analyse oder mit dem Menü
erscheint die Dialogbox für die Ergebnisauswertung der
Verformungen und Spannungen.

Übernehmen Sie die Voreinstellungen
und wählen „Modell mit Ergebnisauswertung“
Ergebnisvergleiche:
Es ergeben sich folgende Vergleiche zwischen dem Tetraedermodell und dem
Schalenmodell (siehe Teil 3):
Tetraedermodell Schalenmodell
Max. Verformung -0.8
mm - 1.1 mm
Mises-Vergleichsspannung 1227 N/mm2 1315 N/mm2
Maximale Z-Verformung =
- 0.8 mm

von
Mises-Vergleichsspannung = 1227 N/mm2

Download Beispiel-Dateien
Teil 3 / Teil 4
http://www.femcad.de/download/Glaskonsole_Linienmodell.lin
http://www.femcad.de/download/Glaskonsole_Schalenmodell.fem
http://www.femcad.de/download/Glaskonsole_Tetraedermodell.fem
http://www.femcad.de/download/Glaskonsole_STEP_Datei.stp
http://www.femcad.de/download/Glaskonsole_STL_Datei.stl
http://www.femcad.de/download/Glaskonsole_DXF_Datei.dxf
http://www.femcad.de/download/Glaskonsole_MyCAD3D_Datei.m3d