Beispiel
1: Strömung über eine Stufe
Hier strömt das Fluid in einem Kanal, der nach einer
Seite hin breiter wird. Das Hindernisgebiet der Stufe ist 0.75 x 0.075 und die
Einströmgeschwindigkeit am linken Rand ist konstant u = 1.
An den Stromlinien ist zu erkennen, daß
sich für kleine Reynoldzahlen (Re = 1)
die Strömung nach der Stufe sofort ausbreitet und nur sehr kleiner
Wirbel entsteht. Dieser wird mit steigenden Reynoldszahlen größer. Verringert
man die Viskosität weiter ( Re = 250, 500), so wird die Hauptströmung nach
unten gezogen, so daß sie sich vom oberen Rand ablöst und dort ein zweiter
Wirbel entsteht
Klicken Sie auf den Button
und es
erscheint eine Dialogbox mit 7
Registern:
·
Eingabe Teil 1
·
Eingabe Teil 2
·
Eingabe Teil 3
·
Netzgenerierung
·
Geschwindigkeit
·
FEM-Analyse
·
Handbuch
Register
„Eingabe Teil 1“
Wwählen Sie das Register „Eingabe Teil 1“ und wählen Sie
in der Combo-Box das Beispiel „backstep“ aus. Jetzt wird automatisch ein Netz
mit den entsprechenden Eingabedaten erzeugt. Die wichtigsten sind:

xlength: Länge des Netzes in X-Richtung
ylength: Länge des Netzes in Y-Richtung
imax: Anzahl QUA4S-Elemente in X-Richtung
jmax: Anzahl QUA4S-Elemente in Y-Richtung
t_end: Endzeit der
Strömung
delt: Zeitschrittweite
Register
„Eingabe Teil 2“

Die wichtigsten Daten sind:
Backstep.out: Datei auf die Druck- und Geschwindigkeitswerte
geschrieben werden
Itermax: Maximale Anzahl von Druck-Iterationen pro Zeitschritt
Alle anderen Werte sind Null weil sie für diesen
Strömungsfall nicht benötigt werden.
Register
„Eingabe Teil 3“

Reynolds number = Reynold-Nummer, stellt das Verhältnis von
Trägheits- und Zähigkeitskräften dar:
Re = p * v * L /
n = v * L / v mit n = v * p
p = charakteristische Dichte (kg/m3)
v = Betrag einer für den Anwendungsfall charakt.
Geschwindigkeit (m/s)
L = charakt. Länge
(m)
n = dynamische Viskosität
( kg/ (s m) )
v = kinematische Viskosität (m2/s)
Überschreitet die Reynolds-Zahl einen (problemabhängigen)
kritischen Wert (Rekrit) wird eine bis dahin laminare Strömung zu einer turbulenten
Strömung.
Die Reynolds-Zahl ist eine wichtige Größe für Strömungen.
Will man zum Beispiel ein verkleinertes Modell eines Flugzeuges in einem
Windkanal untersuchen, so muß der Wert der Reynolds-Zahl von Original und
Modell gleich sein, um ein ähnliches Strömungsfeld zu erhalten.
Prandl number = dimensionslose Kennzahl von Fluiden wie Gase
oder Flüssigkeiten. Sie ist definiert als Verhältnis zwischen kinematischer
Viskosität und Temperatur-leitfähigkeit.
Prandl-Zahlen wichtiger Wärmeträgermedien:
Luft 0.691 (bei 0
Grad)
Luft 0.695 ( bei 500 Grad)
Wasser 13.44 (bei 0 Grad)
Die Prandl-Zahlen von Flüssigkeiten nehmen mit steigender
Temperatur ab.
Flüssige Metalle haben sehr kleine Prandl-Zahlen.
GX, GY: äußere Kräfte gx, gy z.B. Gravitation
UI, VI, PI:
Anfangsbelegung der Geschwindigkeiten und des Drucks
wW, wO, wN, wS: Parameter für den westlichen (linken), östlichen
(rechten), nördlichen (oberen) bzw. südlichen (unteren) Rand:
1
= für Rutschbedingungen
2
= für Haftbedingungen
3
= für Außenströmungen
4
= periodische Randbedingungen
Netzgenerierung
Hier kann man ein einfaches Gitter-Netz mit nur 4
Eingaben erzeugen oder man kann ein Gitter-Netz erzeugen, indem eine
Pixelgrafik in eine Vektorgrafik konvertiert wird.

Einfache Netzgenerierung:
xlength = Länge in X-Richtung
ylength = Länge in Y-Richtung
imax = Anzahl QUA4S-Elemente in X-Richtung
jmax = Anzahl QUA4S-Elemente in Y-Richtung
Gitter-Netzgenerierung
von einer Pixelgrafik
Hier kann eine Pixelgrafik-Datei (erkennbar an der Endung
*.BMP) in ein Gitter-Netz umgewandelt werden wobei nachher aus jedem Pixel ein
QUA4S-Element wird.
Nachteil dieser Methode ist, die Netze werden schnell
sehr groß. Dafür aber können leicht Netze mit komplizierten Hindernisse bzw.
Elementgruppen erzeugt werden.
Das Malprogramm Pbrush.exe (stammt noch aus Windows 3.11)
kann als Freeware
zum Einfärben und Bearbeiten der Flächen kostenlos
verwendet werden.
Wählen Sie zuerst „Gitter-Netzgenerierung von einer
Pixelgrafik“ und laden das Bild „stufe“ aus dem Verzeichnis MEANS\BILDER als
Ausgangsbild ein.

Wählen Sie nun das Register „Arbeitsbild“ und skalieren
die Pixelgrafik auf die Auflösung 165 x 22 Pixel herunter. Geben Sie nun die
Originalgröße in X-Richtung von 30 ein und wählen „Strukturmodell erzeugen“ um
ein Gitter-Netz mit 3444 QUA4S-Elemente und 3630 Knotenpunkte zu erzeugen.


Nach der Umnumerierung auf kompatible Strömungsnetze kann
es vorkommen, daß die Elementgruppe 2 am unteren Rand nicht vollständig erzeugt
worden ist, diese kann mit der Elementgruppen-Iconleiste nachbearbeitet werden.

Geschwindigkeit
Hier können Sie die Fließgeschwindigkeit eingeben. Für
die Stufe wird eine Fließgeschwindigkeit von 1 m/s in X-Richtung gewählt.

FEM-Analyse
Hier kann der FE-Solver gestartet werden. Die Berechnung
wird in einem DOS-Fenster ausgeführt.
Nach der FEM-Analyse wird der Postprozessor gestartet.



Re = 1

Re = 100

Re = 500

Beispiel
2: Nischenströmung
Als Modell dient ein mit Flüssigkeit gefüllter Topf über
den ein Band mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit gezogen wird. Die
Flüssigkeit in dem Topf wird durch das Band in Bewegung gesetzt.

Es sind die Isolinien für verschiedene Reynoldszahlen im
stätionären Endzustand zu sehen. Es ist zu erkennen, daß die Größe der ersten
Gegenwirbel von der Reynoldszahl abhängt. Bei Reynoldszahlen größer 1000 ist
auch der zweite Gegenwirbel in den unteren Ecken zu sehen. Analytisch läßt sich
für Re = 0 zeigen, daß sich in den unteren Ecken eine unendliche Sequenz von
Wirbeln und Gegenwirbeln ausbildet, deren Größe expotentiell abnimmt.
Re = 5

Re = 100

Re = 500

Re = 1000

Re = 3000

Beispiel
3: Rennauto
Hier ein Beispiel eines aerodynamischen Rennautos, das
Sie selber mit dem Pixel-Gitter-Netzgenerator nachvollziehen können. Laden Sie
dazu die Pixeldatei „Formel2.bmp“ ein und skalieren das Beispiel auf etwa 5000
– 10000 QUAS-Elemente herunter, ansonsten wird das Beispiel schnell zu
unhandlich.

Hier die Strömungslinien bei einer Reynolds-Zahl von 10:

Hier die Strömungslinien bei einer Reynolds-Zahl von
1000:

Hier die Strömungslinien bei einer Reynolds-Zahl von 1000
mit Isolinien:
